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Fallbeispiele

 
 
Erster Fall:
 
Frau B. kommt ,weil sie sich nach einer Trennung von ihrem Partner einsam, hilflos und verloren fühlt. " Es ging nicht mehr mit uns, aber trotzdem fühle ich mich schrecklich, ich komme da nicht raus....." Ihre Geschichte war, daß sie aus einem europäischen Land nach Deutschland gekommen war und auch jetzt wieder daran dachte weiter zu ziehen. Vielleicht würde sie an einem anderen Ort finden was sie suchte. Doch der Weg aus Einsamkeit, Trauer, Flucht, Sehnsucht, nach Liebe und Sinn findet sich immer zuerst in uns.
Die Bedürfnisse und Impulse allerdings geben Hinweise auf dem Weg oder die Schritte die der Klient gehen kann. Diese zu spiegeln, aufzuzeigen, achtsam integrierend zu begleiten sind seine Aufgabe. Es geht nicht darum für den Klienten zu wissen oder gar zu berichten worum es geht, wohin es geht, sondern vielmehr, daß oder die traumabedingten Verhaltensmuster zu identifizieren, hören, erkennen, da sie ja für den Klienten eher unbewußt sind und ein Problem oder Symptom bedingen.
Frau B. Weg nun führt erst einmal in das Zulassen, fühlen ihres Schmerzes, der Verwundungen, der Mißachtung, Sehnsucht, Ohnmacht, der Starre und Angst. Im Laufe dieses Prozesses kommen weitere Erinnerungen auf. Vor allem daran, daß sie von ihrer manisch depressiven Mutter durch einen Gifttrunk versucht wurde mit in den Tod genommen zu werden, danach getrennt im Krankenhaus und dann wieder bei ihrer Mutter weilte. Fluchtimpulse, dauernder Ortswechsel, Starre, Einsamkeit und Wut werden verständlich. Im weiteren Zulassen der unterdrückten und bekämpften Gefühle kommt Verständnis und Erleichterung auf. Ein Begreifen der eigenen inneren Konstellation ist hilfreich. Zwar nicht der eigentliche Prozeß der Transformation aber dennoch einen Rahmen gebend den Geist beruhigend.
Es wird auch für Frau B. deutlich, daß sie auf ihrem vorherigen Partner die Gefühle und Bedürfnisse projiziert hatte die sie als Kind erlebt und entwickelt hatte. Der Partner kann hier nicht als Mutter, Erlöser, Betreuer fungieren, seine diesbezügliche Verweigerung, dient als Chance das neuerliche Trauma dient dem ins Leben geholt werden können.
Anhand von Frau B. formulierten Überzeugungen wie, " ich brauche doch, ich weiß nicht wie es geht, ich weiß nicht wohin, ich bin einsam, hilflos und viel mehr, zeigen sich immer neue Schichten der obengenannten Gefühle. Der Prozeß dauert, solange bis sich wie von selbst Ruhe einkehrt und sich die Perspektive wandelt. Aus einem unfaßbaren Erleben die Hier und Jetzt lebbare Vision geboren wird. Eine Familienaufstellung hilft Frau B. nochmals die gesamte Situation zu erkennen, sich zu konfrontieren, bei ihren Ängsten zu verweilen.
Im Gegensatz zu der sonst üblichen Methode gebe ich viel Zeit für den Prozeß, stelle nicht um, sondern lasse das Gewesene voll zu Bewußtsein kommen, dann kann das sein was war und das wird was möglich ist. In der Tiefe wird die Überzeugung aus Angst gebildet und aus Angst festgehalten. Die Angst zu fühlen macht angst und hält immer weiter vom ersehnten Leben und der Liebe ab.
"Ich bin", ist im Falle von Frau B. eine Überzeugung, deren ihr Leben immer mehr und mehr Freude, Raum und Kontakt verschafft Einsamkeit wird zu einem Lebensraum von Ruhe und Zentriertheit, als lebendige Basis für Aktion und Kontakt. Will sie weiterhin diese vermeiden und fliehen, bliebe der Streß, die Spannung die die Einsamkeit erhaltende Reaktion in ihrem System.
 
 
Zweiter Fall:
 
L. hat eine einjährige Therapie hinter sich, aber die Symptome nach ihrer Vergewaltigung haben sich nicht wesentlich verändert. Sie leidet unter Angst, Schlafstörungen, Flashbacks, Alpträumen, traut sich kaum alleine auf die Straße und kaum die Kraft zu arbeiten. Sie ist verheiratet mit einem verständnisvollen jungen Mann. Hoffentlich kein wound-bonding denke ich mir, denn eine funktionierender Beziehung ist nicht oft nach einer Vergewaltigung oder Mißbrauch möglich. Wir nehmen die Flashbacks und Erinnerungen zum Ausgangspunkt der Therapie. Die Überzeugungen wurden schnell hörbar wie, "nie wieder so ohnmächtig, ich bin vielleicht Schuld", Angst, Wut, Haß, Rache, Ohnmacht, Schwäche und starke Erregung sind leicht fühlbar. Wichtig ist, nicht zu heftig zu werden damit sie integrierbar werden.
Interventionen wie " erlaube dir bei dem zu bleiben was da ist.... spiegeln die vorhandene Symptomatik und helfen im richtigen Tempo zu integrieren. Menschen nach Überfall und Vergewaltigung, denken oft es ginge um ein Training um wieder angstfrei überall hingehen zu können, nicht mehr aufpassen zu müssen, was ich als große Gefahr für Retraumatisierung ansehe. Also geht es um das wieder verlangen von Freiheit, von Orientierung, Kraft und einer gesunden Anpassung an Gegebenheiten im Außen. Übertriebene Vorsicht führt zur Anspannung und einer Restriktion des Lebens. Das Gegenteil ist hier allerdings auch nicht die Lösung. In den Momenten in denen L. die bildhaften Erinnerungen entsprechende Gefühle und Körperempfindungen zulassen kann entstehen nach einer kurzen Ruhepause automatisch Wünsche und Erkenntnisse über ihre eigentlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten als Frau und in ihrer Arbeitsstelle. Wir formulieren diese als visionäre Überzeugungen wie "ich kann, ich tue und integrieren sie als Gefühl und Verhaltensmöglichkeit während der Sitzung.
Die Angst vor der Straße hörte von selbst auf. Es wurde von Fahrten übers Wochenende mit Freunden und einem Wechsel der Arbeitsstelle berichtet.
"Fühlt sich gut an", sagte sie, "ich fühle mich sehr normal" und strahlt. Die dunklen Schatten der Vergangenheit, sind solange Anlaß für Integrationsschritte, bis sie sich merklich gut, lebendig und kraftvoll fühlte. Ein gutes Gespür für die eigenen körperlichen Vorgänge, Bedürfnisse, Grenzen bedeutet eine aktive verantwortliche Lebensgestaltung.
 
 
Dritter Fall:
 
Traumata die unseren Alltag begleiten, begrenzen, zerstören in seinem Selbstverständnis werden bedingt durch verbale Verletzungen zwischen Partnern, Kollegen, auf der Straße, im Laden, im Auto.
Jemanden anderen zu ignorieren, anzubrüllen, anzuhupen, zu schneiden, herabzusetzen kann zu immer größer werdender Isolation führen wenn diese scheinbar alltäglichen Verwundungen verdrängt werden.
Sich bekämpfen müssen, durchzuhalten und zu kämpfen, scheinen Strategien zu sein die solange helfen, bis es zu Schwäche, weiteren Symptomen, und integrierten Gefühlen kommt. So hat, wir nennen ihn T., folgende Aufstellung gemacht: Er fühlte sich sehr verletzt durch eine lange andauernde Konfrontation mit Arbeitsentzug durch seinen Chef (Mobbing) und litt unter Schlaflosigkeit, Erregung und starkem Vermeidungsverhalten in einer Aufstellung. In der Gruppensituation hat er Stellvertreter für seinen Chef und seinen Schmerz sowie für sich selbst ausgesucht . In der Begegnung mit diesen werden die unterdrückten Gefühle spürbar, die starke körperliche Spannung weicht, erst Ohnmacht, dann Erschöpfung, dann Ruhe, der Schmerz verliert an Dominanz und transformiert sich in ein Potential zu Kontaktaufnahme, der agressive Chef kann zunehmens als Möglichkeit, sich mit der eigenen Power auseinanderzusetzen gesehen werden.
 

 
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