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Die Bedeutung von Trauma

 
 
Trauma, aus dem griechischen übersetzt die Wunde führt zu Zerrissenheit von Körper, Seele und Geist, zu Zerrissenheit zwischen Menschen und zwischen Mensch und Natur, führt zu starker Spannung und Übererregung, zu Abspaltung von oder Identifizierung mit Gefühlen wie Trauer, Wut, Haß, Liebe, Gewalt, Angst, führt ebenso zu Schmerzen, Alpträumen, Isolation, Sinnverlust, Depression und chronischen Erkrankungen. Traumata, ihre bewußten und unbewußten Erinnerungen können das Leben in profunder Weise, auch über Generationen hin verändern.
 
Skizzieren wir ein Bild von dem, was Trauma bedeuten kann, bedingt durch Unfälle, Medizinische Eingriffe und Diagnosen, Verlust von nahestehenden Menschen, Flucht und Krieg, Mißbrauch und durch alle subjektiv als bedrohlich erlebten Ereignisse.
 
Wir können das Leben als ein Haus betrachten, mit verschiedenen bewohnbaren Zimmern. Diese Zimmer entsprechen verschiedenen Lebensräumen, z.B. dem der Arbeit, der Familie, Beziehung, Freunden, Religion, Heimat u.a., eingerichtet gemäß unseren persönlichen, familiären und kulturellen Vorstellungen und Lebensprinzipien.
 
Trauma läßt Türen zu unsern Lebensräumen scheinbar für immer ins Schloß fallen oder verstellt und verändert sie, kreiert Unordnung oder Leere. Es ist als ob Fremde eingedrungen sind und etwas genommen, verwüstet, verändert haben. Aus Angst vor Wiederholung des Schreckens entstehen traumatische Gedanken, die das Verhalten, Empfinden, Fühlen des Traumitisierten in dem festen Glauben, das sei der beste Schutz so bestimmen, daß diese Räume entweder nicht mehr betreten werden, die Schlüssel verloren scheinen, oder Sehnsucht und Kampf um das Verlorene des Leben bestimmen.
 
Das überwältigende Gefühl von Bedrohung, Verletzung und Schmerzen, wird, damit es auszuhalten ist, in Folge verkapselt, bleibt eine offene Wunde oder führt zum Zwang sich abzureagieren.
 
Neue Lebensgrundsätze wie ich kann nicht mehr, ich muß, ich habe nicht genug, ich brauche Recht, ich bin Opfer, es braucht Rache, ich habe keine Kraft, ich muß mich schonen, ich kann mich nicht entscheiden ich muß durchhalten etc., sind das Resultat der Vergangenheit, Erleben in der Gegenwart und prägen den Blick in die Zukunft, Lebens- Aktivität und -energie sind entweder in einem ermüdenden Kampf, Starre, Resignation oder rigidem Zwang gebunden.
 
Bei Kindern zeigt sich diese Symptomatik in Form von Rückzug, Aggressionen, verändertem Spielverhalten, Leistungsschwäche, Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit, Immunschwäche neben den vielen möglichen körperlichen Verletzungen und Schäden.
 
Kinder sind wehrloser und frühe Traumatisierungen verändern u.U. die ganze Zukunft, körperliche und seelische Narben verzerren und begrenzen Lebensentwicklung und -entfaltung.
 
Die evtl. von außen kommende Aufforderung: tu wieder, richte dich wieder auf, entspanne dich, es ist vorbei, löst in den Betroffenen oft ebenso große Angst wie zu dem Moment des Ereignisses aus, daraus resultierende Abwehr führt zu weiterer Isolation und entsprechender Hilflosigkeit und Wut auch bei Angehörigen, Kollegen und Freunden. Trauma betrifft nie nur einen Einzelnen, kann im Gegenteil Familien trennen, Team- Mitglieder arbeitslos machen, Kinder ihre Schullaufbahn beenden lassen, nationale und Religiöse Konflikte und Gräben vertiefen.
 
"Überleben" könnte der Titel des Bildes heißen, gezeichnet in den Farben von Hilflosigkeit, Starre, Müdigkeit und daraus auch oft resultierender materieller Not.
 
Trauma verändert das Erleben von Zeit. Sie scheint in dem Moment des traumatisierenden Ereignisses still zu stehen, rast dann voran bzw. scheint nicht zu vergehen, Vergangenheit und Gegenwart sind oft kaum voneinander zu trennen. Zeit heilt solche Wunden nicht, kann aber Raum geben für Heilung.
 
Um die Not zu wenden, den Bildtitel zu transformieren in einen, der wieder Leben ausdrückt, bedarf es oft vielerlei Hilfe. Zu unterstützen kann heißen, den Schlüssel zu finden, zu reichen, eine Art Anleitung zu geben, ihn wieder ins Schloß zu stecken, zu verstehen und vorsichtig zu begleiten aus dem Erleben der sich wiederholenden Vergangenheit in das der Realität und Möglichkeiten des Hier und Jetzt.
 
Die Transformation des Glauben in ein ich kann, ich will, ich bin, ich glaube, ich liebe erlaubt die Möglichkeit, die Türen und Fenster zu öffnen, zu schauen, zu atmen, erlaubt erneute Hoffnung, Kraft und Verbindung zu den eigenen Wünschen, das Leben zu gestalten.
 
Ein Gefühl der Integrität der Persönlichkeit und der Würde kann entstehen, das Vergangene kann respektvoll der Vergangenheit überlassen werden.
 
Die offenen Fragen aus offenen Wunden können sich in selbstverständlichen und bewußter Reorientierung beantworten, das Leben vom gelebten Alptraum in einen normalen Lebens- Traum verwandeln.
 

 
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